Schweinfurt

Willy Sachs hat in der Ehrenbürgerliste nichts zu suchen

Initiative gegen das Vergessen fordert vom Stadtrat eine klare Abgrenzung zum überzeugten Nazi

Weil für Willy Sachs die Zuordnung „überzeugter Nazi“ nachgewiesenermaßen zutrifft, muss der Stadtrat den Namen aus der städtischen Ehrenbürgerliste streichen und das nach ihm benannte Stadion umbenennen. Die Initiative gegen das Vergessen unterstützt mit dieser in der Vergangenheit selbst schon gestellten Forderung den gleichlautenden Antrag von CSU, SPD, Grünen, Linken, Freien Wählern, prosw, FDP und Initiative Zukunft/ÖDP, über den der Stadtrat in seiner Sitzung am 23. März entscheidet.

Für die Initiative erinnern in einer Pressemitteilung Norbert Lenhard und Werner Enke daran, dass sich auch der FC 05 Schweinfurt als Nutzer des Stadions und 125 Persönlichkeiten in einer aus Spenden finanzierten Anzeige in den Schweinfurter Zeitungen und im Magazin Groschenheft hinter den Antrag gestellt haben. Erfüllt werden müsse zudem die Antragsforderung, die Öffentlichkeit mit einer am Stadionvorplatz aufgestellten Tafel über das Wirken der Familie Sachs, das Unternehmen und die Leistung der Mitarbeiter aufzuklären zu informieren.

Das es seit Bekanntgabe des Antrags auch zahlreiche Pro-Sachs-Stimmen gab, sei zu erwarten gewesen. Auffällig sei allerdings, dass in den meisten dieser Meinungsäußerungen wie auch in Schreiben an den OB und Stadträte gar nicht auf die klare Faktenlage und den Antragsinhalt

eingegangen wurde, sondern sich die Autoren eher um verharmlosende Aspekte bemühten. Dabei ist vielfach belegt, dass Willy Sachs sich schon an die Seite der Nationalsozialisten stellte, als sich die neuen Machthaber selbst noch nicht sicher wähnten. Als 1933 in Schweinfurt Demokraten verhaftet wurden, verkündete Willy Sachs, aus dem „roten“ Betrieb einen „braunen“ machen zu wollen.

Sachs verherrlichte Kriegsmaschinerie und Nazis mit Propagandareden sogar im Werk. Von diesem frühen Zeitpunkt bis Kriegsende waren das zwölf Jahre Anbiederung an die nationalsozialistische Führungselite, zwölf Jahre Erfüllung ihres Willens, zwölf Jahre Blindheit für einen Unrechtsstaat. All das sind Bausteine, die das Unrechtssystem salonfähig gemacht und verharmlost, ja, die dieses verbrecherische System erst ermöglicht haben.

Sachs trat auch schon frühzeitig verschiedenen NS Organisationen (SA, SS, NSDAP, Freundeskreis Himmler…) bei und unterhielt persönliche Freundschaften mit hochrangigen Funktionären. Es ist deshalb denkbar, dass die Menschen in Schweinfurt dachten: Wenn der Willy Sachs, gar noch als Ehrenbürger der Stadt, so gut mit Göring, Himmler & Co. kann, dann wird das System wohl nicht so schlimm sein.

Nach den mittlerweile umfassend ausgewerteten Quellen setzte Willy Sachs seine Begeisterung für die Naziideologie nach der Befreiung nicht fort. Im Gegenteil erkannte er seine Chancen zum Wiederaufstieg, jetzt halt ohne die Nazis. Aber: Willy Sachs fand 1948 nach der Rückkehr aus der Internierung ein funktionsfähiges Unternehmen vor, das mit der harten D-Mark nach der Währungsreform durchstartete.

Erinnert werden muss an die über 12000 Zwangsarbeiter in Schweinfurt, viele auch bei Sachs, etliche ließen ihr Leben, genauso wie zahlreiche Schweinfurter, die sich dem Nazi-Regime entgegenstellten. Sie litten in Konzentrationslagern wie der Sozialdemokrat Fritz Soldmann, ihre Familien wurden schikaniert. Die Mitverantwortung von Willy Sachs zu relativieren oder gar zu leugnen ist schon alleine aus Respekt gegenüber allen diesen Opfern nicht hinnehmbar.

76 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur in Deutschland muss deshalb das Wirken von Willy Sachs endlich angemessen politisch eingeordnet werden. Eine Rolle sollte dabei auch das nach den Recherchen der Historiker Rott und Dornheim keinesfalls ehrenwerte Verhalten als Privatmann spielen, das in der bisherigen Diskussion ausgespart blieb. Sachs` übergriffiges Verhalten Frauen gegenüber ist jedenfalls ein offenes Geheimnis. Willy Sachs ist als Ehrenbürger ungeeignet, er taugt

nicht als Vorbild. Dem von acht Fraktionen im Stadtrat eingereichten Antrag muss deshalb stattgegeben werden.

Für die Initiative gegen das Vergessen

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Ehrenbürger Willy Sachs
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Sebastian Remelé,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträtinnen und Stadträte,
sehr geehrter Herr Stadtarchivar Dr. Uwe Müller,
der Stadtrat von Schweinfurt wird Anfang 2021 einen fraktionsübergreifenden Antrag beraten,
wonach Willy Sachs aus der städtischen Liste der Ehrenbürger gestrichen werden und das Stadion in
Sachs-Stadion umbenannt werden soll. Eine Tafel am Stadionvorplatz soll die Öffentlichkeit über das
Wirken der Familie Sachs, zum Unternehmen und der Leistung der Mitarbeiter informieren.
Die Initiative gegen das Vergessen, die die im Antrag formulierten Anliegen schon mehrfach in
früheren Jahren gefordert hat und jetzt natürlich unterstützt, will mit diesem Schreiben noch einmal
erläutern, warum dem Antrag 75 Jahre nach Kriegsende in vollem Umfang zugestimmt werden muss.
In einer aus Spenden finanzierten Anzeige in den Schweinfurter Zeitungen der Mediengruppe Main
Post und im Schweinfurter Magazin „Groschenheft“ haben 125 Persönlichkeiten das Anliegen des
Antrags unterstützt. Im Übrigen weisen wir neben weiteren Unterstützern auf die Reaktion des FC 05
Schweinfurt als Nutzer des Stadions hin, der den fraktionsübergreifenden Antrag gutheißt.

  1. Die Zuordnung „überzeugter Nazi“ trifft auf Willy Sachs und sein Wirken zu. Er trat frühzeitig
    verschiedenen NS Organisationen (SA, SS, NSDAP, Freundeskreis Himmler…) bei, unterstützte in
    Worten wie auch mit erheblichen finanziellen Mitteln die nationalsozialistischen Organisationen und
    unterhielt persönliche Freundschaften mit hochrangigen Funktionären.
    Willy Sachs stellte sich schon aktiv an die Seite der Nationalsozialisten, als sich die neuen Machthaber
    selbst noch nicht sicher wähnten. Als 1933 in Schweinfurt Demokraten verhaftet wurden, verkündete
    Willy Sachs, aus dem „roten“ Betrieb einen „braunen“ machen zu wollen. Sachs verherrlichte die
    Kriegsmaschinerie und die Nazis, mit Propagandareden sogar im Werk. Von diesem frühen Zeitpunkt
    bis Kriegsende waren das zwölf Jahre Anbiederung an die nationalsozialistische Führungselite, zwölf
    Jahre Erfüllung ihres Willens, zwölf Jahre Blindheit für einen Unrechtsstaat. All das sind Bausteine,
    die das Unrechtssystem salonfähig gemacht und verharmlost, ja, die dieses verbrecherische System
    erst ermöglicht haben.
    Es ist denkbar, dass die Menschen vor allem in Schweinfurt und Umgebung dachten: Wenn der Willy
    Sachs, gar noch als Ehrenbürger der Stadt, so gut mit Göring, Himmler & Co. kann, dann wird das
    System wohl nicht so schlimm sein. Willy Sachs, von Anfang an ein überzeugter Nationalsozialist, hat
    durch sein opportunistisches, willfähriges Verhalten dazu beigetragen, dass die Nationalsozialisten
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    stark wurden – und dass die Stadt Schweinfurt fast völlig ausgelöscht wurde. Das nicht zu vergessen
    gehört zu einer „verantwortungsvollen Erinnerungskultur“.
  2. Die faschistische Betriebsgemeinschaft mit ihm selbst als Betriebsführer kam Willy Sachs gelegen.
    Die enormen Rüstungsaufträge brachten ihm großen Profit. Als Eigentümer von F&S gehörte er zu
    den Kriegsgewinnlern, der zudem aus der tausendfachen Zwangsarbeit profitierte. Die Spende des
    Stadions war sicherlich in der damaligen Zeit nicht uneigennützig und einfach so der Stadt und dem
    FC 05 gewidmet. Allein die Eröffnung geriet zu einer „machtvollen Huldigung für den NS Staat“. Das
    Zitat findet sich auf Seite 262 im Buch „SACHS. Mobilität und Motorisierung. Eine Unternehmensgeschichte“ von Andreas Dornheim, das er dem Buch „Schweinfurt. Kleine Stadtgeschichte“
    (Regensburg, 2014, Seite 106) entnommen hat. Autoren sind bemerkenswerterweise Dr. Thomas
    Horling, Schweinfurts Stadtarchivar Dr. Uwe Müller und der frühere Leiter der Städtischen Museen
    und Kulturamtsleiter Prof. Dr. Erich Schneider.
  3. Seit Bekanntgabe des Antrags im Stadtrat meldeten sich zahlreiche Verteidiger von Willy Sachs zu
    Wort, die ihre Meinung in Leserbriefen, im elektronischen Netz und Schreiben an den OB und Teile
    des Stadtrates ausgedrückten. Auf die klare Faktenlage und den Antragsinhalt gingen viele Verfasser
    nicht ein, sondern bemühten sich um verharmlosende Aspekte. Zum Beispiel die Nachfrage von
    Sachs „kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner […] über das Essen der Zwangsarbeiter“, das „danach
    besser wurde“ (Dornheim: SACHS. Mobilität und Motorisierung. Eine Unternehmensgeschichte.
    Hamburg 2015, Seite 411). Die Aussagen von Lager-Insassen und Zwangsarbeitern in den unter
    anderem von unserer Initiative geführten Interviews zeigen ein anderes Bild: Von Hunger als
    ständigem Begleiter, extrem langen Arbeitstagen, Drangsal und täglicher Angst.
  4. Auf die geäußerten Meinungen näher einzugehen, würde den Rahmen sprengen, ist nicht hilfreich
    und wohl auch sinnlos. In zwei Fällen ist das nötig. Elisabeth Böhrer weist in einem Leserbrief an das
    Schweinfurter Tagblatt/Volkszeitung auf die Hilfe für eine jüdische Familie durch Sachs hin. Nach
    Quellenlage war Sachs wohl kein Antisemit. Gleichwohl nutzte er aber die politischen Umstände, um
    den jüdischen Lizenzbesitzer Max Goldschmidt bei F&S hinauszudrängen. Diesen gravierenden Fall
    erwähnt die in der Geschichte der Schweinfurter Juden sehr bewanderte Autorin nicht. Ihr
    Unterlassen erstaunt.
  5. Erstaunen reicht als Reaktion auf das Schreiben von Dr. Thomas Horling und Dr. Daniel Schmitz
    vom 23. November 2020 an den OB und ausgesuchte Stadträte nicht mehr aus. Die beiden Verfasser
    sehen die zwölf Jahre von Willy Sachs in der Diktatur relativierend als eine Episode in seinem Leben,
    auf die seine Person nicht zu reduzieren sei.
    Horling/Schmitz können den Fakten nicht widersprechen, verweisen verharmlosend auf die
    Umstände des Lebens in einem totalitären System. Bemerkenswert ist, dass Dr. Daniel Schmitz, ein
    enger Mitarbeiter von Professor Dr. Andreas Dornheim bei der wissenschaftlichen Bearbeitung der
    Sachs-Unternehmensgeschichte, in einem Fernsehinterview 2015 verdeutlichte, dass Willy Sachs ein
    „überzeugter Nationalsozialist“ gewesen sei und dass dies wissenschaftlich klar erwiesen sei
    (https://www.youtube.com/watch?v=rBZjkL6ZXO0).
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    Aus nicht nachvollziehbaren Gründen begeben sich Horling und Schmitz („Eine verantwortliche
    Erinnerungskultur verschweigt nichts“, Zitat aus dem Schreiben) sogar in die Nähe von Aussagen aus
    dem AfD-Bundesprogramm von 2016, wo es unter Ziffer 7.4, Seite 48 heißt: „Die aktuelle Verengung
    der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten
    Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiven Aspekte deutscher Geschichte umfasst.“
    Mit dem bekannten Zitat vom „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“ spitzte Gauland die
    programmatische Aussage provozierend sogar noch zu.
  6. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Blick auf die Zeit kurz nach dem Krieg, als ihm „ein
    findiger und trickreicher Anwalt zur Seite steht, der selbst SS-Mann […] war und nun dafür sorgt, dass
    sich die einstige schwarze SS-Uniform in eine weiße Weste verwandelt“ (Artikel „Der braune
    Schatten“ im Magazin für politische Kultur Cicero, https://www.cicero.de/wirtschaft/der-brauneschatten/37229 ). Das Urteil durch ein „gutmütiges Laiengericht“ (Artikel „Der braune Schatten“,
    siehe oben), das Willy Sachs im Entnazifizierungsverfahren als „Mitläufer“ einstuft, wird zwar von der
    US-Aufsichtsbehörde kassiert. Aber auch in zweiter Instanz schafft es der Anwalt, dass kein
    strengeres Urteil zustande kommt, „wobei er sich der infamen Methode bedient, den Täter zum
    Opfer zu machen und Willy Sachs wider die Fakten als rassisch Verfolgten darzustellen“ (Artikel „Der
    braune Schatten“, siehe oben).
    Nach den mittlerweile umfassend ausgewerteten Quellen setzte Willy Sachs seine Begeisterung für
    die Naziideologie nach der Befreiung nicht fort. Im Gegenteil erkannte er nachhaltig seine Chancen
    zum Wiederaufstieg, jetzt halt ohne die Nazis. Aber: Willy Sachs fand 1948 nach der Rückkehr aus der
    Internierung ein funktionsfähiges Unternehmen vor, das mit der harten D-Mark nach der Währungsreform durchstartete.
  7. Willy Sachs war nicht unwissend verstrickt, er war frühzeitig aktiver Nationalsozialist! Angesichts
    der mittlerweile erdrückenden Fakten und der Einordnung in die jeweiligen Umstände ist das eine
    wissenschaftliche Frage, wobei es auf den Standpunkt ankommt. Die Initiative nimmt den
    Standpunkt der ausgebeuteten Zwangsarbeiter, der verfolgten Oppositionellen, der
    Andersdenkenden ein. Das waren in Schweinfurt rund 100 Demokraten, überwiegend
    Sozialdemokraten und Gewerkschafter, die in Gefängnissen und Konzentrationslagern
    verschwanden. Schon kurz nach der Machtübernahme 1933 drangsalierten die Nazis vor allem auch
    die jüdische Bevölkerung, was bekanntlich in Emigration und Vernichtung endete.
  8. Die Schicksale vieler Opfer dieses Regimes waren in Schweinfurt lange Zeit überhaupt kein Thema,
    was sich unter anderem durch die Arbeit und Veröffentlichungen der aus einem Arbeitskreis des DGB
    hervorgegangen Initiative ab 1981 änderte. Anfang 2000 setzte trotz vieler Widerstände die Initiative
    den Gedenkort „Drei Linden“ an die 12000 Zwangsarbeiter in Schweinfurt durch. Mit bescheidenen
    Denkmalen wird heute an die von Nazis ermordete polnische Zwangsarbeiterin Zofia Malczyk sowie
    an den Sozialdemokraten Fritz Soldmann erinnert. Es gibt aber noch immer viele vergessene
    Schweinfurter, die sich dem Nazi-Regime entgegenstellten und dabei ihr Leben ließen. Viele litten in
    Konzentrationslagern, ihre Familien wurden schikaniert. Die Initiative ist gerade dabei, die Schicksale
    einer größeren Zahl dieser Opfer aufzuarbeiten mit dem Ziel, ihren Einsatz für Demokratie und ihren
    Widerstand einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, die bisher Namenlosen damit posthum
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    zu würdigen. Die Mitverantwortung von Willy Sachs zu relativieren oder gar zu leugnen ist schon
    alleine aus Respekt gegenüber allen Opfern nicht hinnehmbar.
  9. Unsere Vorkämpfer für Demokratie schufen mit großem Einsatz, wie bekannt oft unter hohem
    persönlichem Risiko, eine Republik, in der Meinungsfreiheit möglich ist. Demokratie hat – vor allem
    angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung, bei der Menschen Sympathie für Legenden,
    Verschwörungstheorien und autoritäre Lösungen äußern – den interessierten Bürger, der
    Informationen abwägt, zur Bedingung. Insofern machen auch einige in der aktuellen SachsDiskussion gemachte Äußerungen ernsthafte Sorgen.
    Andererseits, das sei ausdrücklich erwähnt, sind vor allem in den Leserbriefen geäußerte Emotionen
    verständlich. Gerade die ältere Generation erkennt in der Nazi-Verstrickung von Willy Sachs und
    anderer hervorgehobener Personen die eigene Familiengeschichte mit allen – auch positiven –
    Erlebnissen wieder. Auch in einer Diktatur gab und gibt es das persönliche Glück. Das zu kritisieren,
    wäre anmaßend. Aus dieser Bevölkerungsgruppe ist aber vermutlich keiner ein Ehrenbürger, der an
    moralischen Ansprüchen zu messen wäre.
  10. 75 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur in Deutschland muss das Wirken von Willy Sachs
    angemessen politisch eingeordnet werden. Wie Willy Sachs als Privatmann wirkte, ist in der
    Diskussion bisher ausgespart worden. Nach den Recherchen der Historiker Rott und Dornheim war
    sein Verhalten keinesfalls ehrenwert. Sein übergriffiges Verhalten Frauen gegenüber beispielsweise
    ist offenes Geheimnis.
    Auch das spielt eine Rolle und manifestiert: Willy Sachs ist als Ehrenbürger ungeeignet, er taugt nicht
    als Vorbild.
    Acht (!) Fraktionen im Stadtrat haben den eingereichten Antrag unterzeichnet. Das zeigt, dass sich
    die Stadträtinnen und Stadträte der verantwortungsvollen Aufarbeitung der Vergangenheit stellen,
    und das ist ein gutes Zeichen.
    Wir bitten den Stadtrat, dem Antrag zuzustimmen.
    Johanna Bonengel, Werner Enke, Hannes Helferich, Klaus Hofmann, Norbert Lenhard, Adi Schön,
    Julia Stürmer-Hawlitschek
Schweinfurt

Schweinfurt ist bunt: „Stoppt Rassismus“

Die „Freunde von Schweinfurt ist bunt e.V.“ fordern zum internationalen Tag gegen Rassismus Stadt und Landkreis Schweinfurt auf fremdenfeindliche, rassistische und antisemitische Vorkommnisse strukturell zu erfassen und darüber im Stadtrat und Kreistag regelmäßig Bericht zu erstatten.

Dazu Vorsitzender Frank Firsching: „Während sich beispielsweise in Würzburg der Stadtrat einmal im Jahr mit dem rassistischen und antisemitischen Geschehen in der Stadt inhaltlich in öffentlicher Sitzung befasst, findet diese Auseinandersetzung weder im Ratssaal der Stadt Schweinfurt noch im Sitzungssaal des Landratsamtes statt. Genau dort gehört diese Befassung jedoch hin.“

2. Vorsitzende Marietta Eder: „Ziel des Vorstoßes ist es sowohl die Politik als auch die Öffentlichkeit für das große Thema gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren um die gesellschaftliche Widerstandfähigkeit gegen Rassismus und Antisemitismus zu steigern.“

Rassismus ist in vielen Ausprägungen in unserer Gesellschaft präsent. In Vorbehalten Geflüchteten gegenüber, in Diskriminierungen gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe bis hin zu Gewalttaten und Anschlägen von Rassisten auf Menschenleben. Das alles geschieht in unserer unmittelbaren Nachbarschaft.

Vom Oktoberfestattentat in München über Angriffe auf eine Asylbewerberunterkunft in Rostock-Lichtenhagen, der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) bis hin zu den jüngsten Anschlägen in Hanau und Halle, sowie den Mord an den Kasseler Regierungspräsidenten Lübke: Seit der Wiedervereinigung verloren etwa 200 Menschen in Deutschland ihr Leben durch rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalt. Jeder einzelne Fall ist für uns unerträglich. Gegen diese Entwicklung anzutreten ist unsere gemeinsame Aufgabe. Auch in Stadt und Landkreis Schweinfurt.

Schweinfurt

Jetzt für Corona-Schutzimpfung registrieren lassen

Appell an alle Bürgerinnen und Bürger

Aufruf zur Registrierung für Impftermine im Impfzentrum Schweinfurt und in der Impfstelle Gerolzhofen 

Schweinfurt Stadt und Landkreis. Die Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten Bürgerinnen und Bürger steigt aktuell täglich. Nach den Angaben des Robert-Koch-Instituts liegt der Inzidenzwert für die Stadt Schweinfurt heute, am 19. März bei 142,3, für den Landkreis Schweinfurt bei 69,3. In dieser dritten Welle der Pandemie steigt auch der Anteil derer, die sich mit Mutationen des Coronavirus infizieren.

Ein vielversprechender Ausweg aus der Pandemie ist eine größtmögliche Durchimpfung der Bevölkerung. Stadt und Landkreis Schweinfurt appellieren daher gemeinsam eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen, sich für einen Impftermin registrieren zu lassen. Dies ist weiterhin über die Telefonhotline 0800 8772834 oder online unter impfzentren.bayern möglich.

Aktuell sind für Stadt und Landkreis Schweinfurt insgesamt rund 35.000 Personen für einen Impftermin registriert, 20.000 haben bereits eine Impfung erhalten. Um in den kommenden Wochen kontinuierlich weiterimpfen zu können ist es dringend notwendig, dass sich alle impfbereiten Personen registrieren. Vor allem im Hinblick auf die guten Aussichten, dass ab April die Anzahl der Impfdosen, die durch den Freistaat Bayern an die Bayerischen Impfzentren geleifert werden, steigen soll.

Auch die Nachricht, dass der Impfstoff von AstraZeneca wieder verimpft werden darf, ist ein positives Signal mit Blick auf eine zügige und erfolgreiche Fortsetzung der Impfkampagne. Die Europäische Arzneimittelbehörde hat ihre bisherige Einschätzung, dass der Impfstoff sicher und wirksam sei, nochmals bestätigt, nachdem Verunsicherung deshalb entstanden war, weil in äußerst seltenen Fällen vorwiegend bei weiblichen Personen unter 55 Jahren gefährliche Impfreaktionen entstehen könnten. Impfwillige sollen über mögliche Risiken und Nebenwirkungen einschließlich der neuen Erkenntnisse aufgeklärt werden. Der Nutzen der Impfung auch mit dem Vakzin von AstraZeneca sei aber deutlich größer als etwaige Risiken.

Mittlerweile sind auch Termine, die wegen des kurzfristigen Ausfalls des AstraZeneca-Impfstoffs in dieser Woche abgesagt werden mussten, wieder neu vergeben worden. Auch in der Impfstelle Gerolzhofen in der Stadthalle werden die Impfungen am Montag, 22. März, fortgesetzt. Für 580 Bürgerinnen und Bürger aus dem Postleitzahlbereich der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen konnten dort von Montag bis Freitag der kommenden Woche Termine vergeben werden. 

Dass die Impfungen in Gerolzhofen nun weiter voranschreiten können, freut die Verantwortlichen von Stadt Schweinfurt und Landratsamt Schweinfurt sowie der Stadt Gerolzhofen besonders. Stellvertretende Landrätin Bettina Bärmann, die am vergangenen Montag mit dem Gerolzhöfer Bürgermeister Torsten Wozniak den Vertrag zwischen Landratsamt Schweinfurt und der Stadt Gerolzhofen zur Nutzung der Stadthalle als Impfstelle unterzeichnet hatte, ist froh darüber, dass die Bürgerinnen und Bürger der VG Gerolzhofen nun wohnortnah geimpft werden können. Bürgermeister Wozniak erklärte, für ihn sei es selbstverständlich, dass er sich impfen lassen werde, sobald er an der Reihe ist. „Wir kommen aus der Pandemie nur raus, wenn wir uns möglichst alle impfen lassen“, sagte er. Eine Impfung schütze nicht nur den Geimpften selbst, sondern auch die Mitmenschen, sofern sich genügend impfen lassen. Sich impfen zu lassen ist also „auch eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber“, erklärte er.